Anzeige
Mini-Solarmodule

Aktualisiert: Doch kein Erfolg für Balkonenergie?

Foto: Greenpeace Eenrgy/Ökostrom/Clemens Schneider

Foto: Greenpeace Eenrgy/Ökostrom/Clemens Schneider

Das Mini-Solarmodul "Simon" für den Balkon.

Michael Hahn, 17.03.17
Der Verteilnetzbetreiber Westnetz untersagt weiterhin den Anschluss von Mini-Solarmodulen zur Eigenstromerzeugung. Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy hatte verkündet, dass das Unternehmen seinen Widerstand gegen die Technologie aufgegeben hätte.

Westnetz, Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber, bleibt dabei: Der Einsatz kleiner Solarmodule bis 300 Watt für Balkone und Terrassen wird weiterhin untersagt. Entsprechende Medienberichte bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber neue energie. Die Einspeisung aus den besagten Anlagen verstoße gegen aktuell gültige Sicherheitsvorschriften des Verbands der Elektrotechnik, sagte der Sprecher. Dabei bestünde die Gefahr von schwerwiegenden Sach- und Personenschäden.

Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy hatte am Freitag (17. März) mitgeteilt, dass Westnetz aufgrund eines Verfahrens vor der Bundesnetzagentur seine Bedenken gegen Mini-Solarmodule zurückgezogen hätte. Greenpeace Energy bleibt auf Nachfrage beim bisherigen Standpunkt und verweist dabei unter anderem auf Schriftverkehr zwischen Westnetz und dem österreichischen Unternehmen Oekostrom, in dem der Verteilnetzbetreiber den Einsatz eines Mini-Solarmoduls genehmigt hatte. Oekostrom ist Anbieter des entsprechenden Solarmoduls und kooperiert mit Greenpeace Energy.

Lesen Sie hier unsere ursprüngliche Meldung:

Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber Westnetz ermöglicht ab sofort den unbürokratischen Einsatz kleiner Solarmodule bis 300 Watt für Balkone und Terrassen. Damit können Bürger Solarenergie zum Eigenverbrauch erzeugen und zu einem geringen Teil ins Stromnetz einspeisen, um ihre Rechnung zu senken. Westnetz ist eine Tochter von Innogy, der Ökosparte von RWE und für Verteilnetze in Nordrhein-Westfalen verantwortlich. Laut Greenpeace Energy hatte Westnetz einer Kundin des Ökostromanbieters, der mit dem Anbieter eines Mini-Moduls kooperiert, den Anschluss mit Verweis auf mögliche Schäden oder Störungen für das Stromnetz untersagt. Greenpeace Energy zufolge hätten Gutachten unabhängiger Institute entsprechende Risiken aber ausgeschlossen.

Das Unternehmen eröffnete deshalb ein Verfahren vor der Bundesnetzagentur. Nach Prüfung der Unterlagen habe Westnetz seine Einschätzung zurückgezogen. „Das Einlenken von Westnetz ist ein Durchbruch für die städtische Energiewende in Bürgerhand“, sagte Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann. Damit bekämen Millionen von Mietern die Chance, sauberen Strom zu erzeugen und selbst zu verbrauchen.

„Die anderen deutschen Netzbetreiber müssen dem Vorbild von Westnetz nun folgen“, fordert Tangermann. Noch würden viele Verteilnetzbetreiber die potenziellen Mini-Solar-Nutzer massiv einschüchtern. Auch veraltete technische Normen und gesetzliche Regeln würden den Einsatz in Deutschland erschweren. Verschiedene Anbieter arbeiten derzeit daran, die geltenden Normen anwendungsfreundlicher zu gestalten, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie. Greenpeace Energy äußerte sich dazu optimistisch: Mit Fortschritten sei noch in diesem Jahr zu rechnen.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen»

Kommentar verfassen

Aktuelles Magazin

Ausgabe Nr. 04 / 2017

Industrie 5.0: Effizienz – Schluss mit der Energieverschwendung

Bisherige Ausgaben »
Anzeige

Social Media

Anzeige
Anzeige
Anzeige