Unterhaltung

Gegen den Klimawandel anspielen

Margit Hildebrandt, 04.06.21
Games machen Spaß und thematisieren nebenbei häufig auch komplexe Themen – wie die Erderwärmung. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Spielen zum Klimawandel.

Digitale Spiele für PC, Konsole, Browser oder Smartphone

Öko-Simulator: Hier ist man Staatsoberhaupt eines selbst gewählten Kontinents und entscheidet über Energieproduktion, Abfallwirtschaft oder Verkehr. Ist die Bevölkerung unzufrieden mit den Gesetzesinitiativen wie CO2-Steuern oder Erneuerbaren-Förderpaketen, wählt sie einen kurzerhand ab. Für Windows, von 2010

Fate of the World: Strategiespiel, dessen verschiedene Szenarien auf wissenschaftlicher Forschung basieren und zusammen mit dem Klimaprofessor Myles Allen von der Oxford University entwickelt wurden. Die Spieler sind Verantwortliche einer internationalen Organisation, die soziale, technologische und umweltbezogene Politik regelt. Mit Erweiterungen können zusätzliche Herausforderungen wie Fluchtbewegungen durch Klimawandel sowie wirtschaftliches Wachstum jenseits schwindender Ressourcen hinzugefügt werden. Von Red Redemption/Soothsayer Games, 2011

Jupiter und Mars: In der Zukunft ist der Meeresspiegel durch abschmelzende Polarkappen enorm gestiegen und die Menschheit verschwunden. Die Delfine Jupiter und Mars reisen durch untergegangene Städte, um ein globales Netzwerk von Maschinen auszuschalten, die das Meeresleben stören. Von Tigertron, 2019

Imagine Earth – Planetary Colonization: Die Planeten-Aufbau-Simulation wurde Ende Mai nach über sieben Jahren des Crowdfundings und der Entwicklung für Windows-Computer veröffentlicht. Auf fernen Planeten baut man nachhaltige Kolonien, betreibt Weltraumhandel oder führt Wirtschaftskriege gegen Konkurrenten – und sieht sich mit direkten Auswirkungen seines Handelns konfrontiert. Von Serious Bros., 2021

Eco: Im PC-Game von 2018 droht in 30 Tagen ein Meteor auf den Planeten zu stürzen, was es zu verhindern gilt. Innerhalb kurzer Zeit muss mit den vorhandenen Ressourcen eine Zivilisation technisch so entwickelt werden, dass der Einschlag abgewendet wird. Der Fortschritt muss dabei im Gleichgewicht mit der Natur geschehen, anderenfalls droht Luft- und Bodenverschmutzung und die Gefahr, sich selbst zu zerstören. Von Strange Loop Games, 2018

Rebuilders: In einer Apokalypse nach dem Klimawandel recyceln die Spieler Schrott, den sie auf der Erde noch vorfinden, um sich gegen angreifende Roboter zu wehren. Besonders nachhaltig konstruierte Stützpunkte, Fahrzeuge oder Ausrüstung bringen ihnen einen Vorteil. Noch in der Entwicklung, von Zeppelin Studio

Energiesparspiel: Kurzes Klickvergnügen, mit dem sich vielfältige Möglichkeiten zum Sparen von Energie entdecken lassen. Man fährt mit der Maus durch Büros oder den eigenen Haushalt auf der Suche nach Energieverschwendern und sammelt dabei Punkte.

Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel: Mit diesem Handyspiel sollen vor allem Mädchen für Ausbildungsberufe im Bereich der erneuerbaren Energien begeistert werden. Serena muss in ihrem Job im Einkaufscenter zunächst einige technische Hindernisse meistern und strandet dann mit ihren Freundinnen auf der falschen Urlaubsinsel. Um dort wieder wegzukommen, müssen sie sich zum Beispiel von einer Windkraftanlage abseilen oder Schaltpläne entschlüsseln. Von The Good Evil, kostenfrei.

Habitat the Game: Hier adoptieren die Spieler einen 3D-Eisbären und müssen sich darum kümmern, seine Gesundheit und Laune zu verbessern. Dafür müssen kleine Aufgaben im Spiel und auch in der echten Welt gelöst werden. Von Elevator Entertainment, 2013

Carbon Warfare: Auf zynische Weise weist die Strategie-Handyapp auf die Risiken des Klimawandels hin. Denn hier muss die Welt nicht gerettet werden. Die Aufgabe lautet im Gegenteil, den Planeten durch Investitionen, Medienkampagnen, politische Schachzüge oder Naturkatastrophen unbewohnbar zu machen. Der Gegner ist dabei die Menschheit, die versucht, Lösungen gegen die globale Erderwärmung zu finden. Von Virtuos China Ltd., 2016

Keep Cool: Ist eigentlich einBrettspiel, in dem Ländergruppen über Klimaschutz und ökonomischen Fortschritt verhandeln. Ihre Entscheidungen wirken sich auf ihren Standort und das globale Klima aus. Derweil emittieren Unternehmen weiterhin klimaschädliche Gase und die Katastrophen nehmen zu. Das wirtschaftliche Ziel können die Ländergruppen oft im Alleingang erreichen, beim politischen Ziel geht es nur gemeinsam. Gibt es aber auch als digitale Mobilversion: Darin spielt man einen Bürgermeister, der seine Stadt voller Fabriken, mit hohem CO2-Niveau und begrenztem Budget innerhalb von hundert Jahren klimafreundlich umgestalten muss. Von Spieltrieb, 29,50 € (die Digitalversion ist kostenfrei).

 

Klassische (Brett-)Spiele für Klein und Groß

Mobility 360°: Im Kartenspiel schlüpfen Kinder und Jugendliche in die Rolle von Mobilitätsexpertinnen und Stadtplanerinnen. Sie erforschen Verkehrstechnologien und setzen sich mit Mobilität auseinander. Als Bürgermeister oder Lobbyisten wählen sie Karten aus, auf denen Aktionen beschrieben sind, die einerseits zum Wohl der Stadt beitragen, andererseits aber auch die eigene Lobby bestmöglich vertreten. Kostenlos zum Selbstausdruck runterladbar.

Die Umweltwerkstatt - Den Klimawandel verstehen: Die Spielesammlung für Kinder ab sechs Jahren besteht aus einem Klimaquiz; einem Streichholzschachtel-Spiel über fossile Brennstoffe, erneuerbare Energien und Abfallwirtschaft; einer CO2-Skala, bei der die Fußabdrücke von Lebensmitteln erforscht werden; und einem Memory, bei dem Tierspuren den richtigen Tieren zugeordnet werden.

Planet A: Bei diesem Kartenspiel löst man Aufgaben und kann sich nebenbei Inspiration für umweltschonendes Alltagsverhalten holen. Ab 10 Jahren, 2 bis 5 Spielende

Ökofuzzie - das Umweltquiz: Ein Kartenspiel, bei dem gemeinsam die Antwort auf Fragen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen erraten muss. Oder wissen Sie etwa, wie viele Jahre es dauert, bis sich eine Kinderwindel im Meer zersetzt hat? Einer liest die Frage vor und dann wird diskutiert, geschätzt und geraten. Ob in Teams oder jede gegen jede: Wer die Antwort weiß oder ihr am nächsten kommt, bekommt den Punkt. Ab 12 Jahren

Global Warming: Ein taktisches Brettspiel, bei dem man die Balance zwischen Punktesammeln und der damit verbundenen Umweltverschmutzung finden muss. Die Spieler fördern begrenzte Erdölreserven und stellen damit Produkte her. Das bringt Geld, aber erhitzt die Erde. Es gewinnt nicht der reichste, sondern der umweltfreundlichste Spieler mit den meisten Zufriedenheitspunkten. Für 2-4 Spieler ab acht Jahren. Von Mücke Spiele

Gaiagame: Ecogon, Stille Wasser oder Fish’n´Flips – so heißen die drei Spiele eines kleinen Brettspielverlags aus Sachsen-Anhalt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bildungsspiele mit Umweltbezug und auf nachhaltige Weise zu produzieren.

Kyoto: Die Spieler begeben sich zu einer Klimakonferenz, bei der jeder eine Nation vertritt. Sie stellen eine Studie vor und rechtfertigen den eigenen Standpunkt in 90 Sekunden. Das Ziel dabei: den eigenen Wohlstand zu wahren. Am Ende gewinnt, wer am meisten erwirtschaften konnte, ohne dabei Tiere aussterben zu lassen, die Erderwärmung anzuheizen oder die Luft zu verschmutzen. Für 3-6 Spieler ab zehn Jahren. Von Deep Print Games

Carbon City Zero: Als Bürgermeister ist man damit beauftragt, eine klimaneutrale Stadt zu entwickeln. Dafür müssen natürlich Kohlenstoffbudgets und die Wirtschaftskraft ausbalanciert werden. Gewonnen hat, wessen CO2-Level auf null sinkt. Kostenlos runterladbare Karten und Anleitung nach Registrierung, allerdings nur auf Englisch.

 

Didaktische Planspiele für Gruppen/Schulklassen

Escape Climate Change: Interaktives Spiel für Jugendliche ab 14 Jahren in Anlehnung an die Idee der Escape Games, bei denen es einer Kleingruppe gelingen muss, in einer vorgegebenen Zeit ein komplexes Rätsel zu lösen. Durch das Lösen verschiedener Aufgaben und Rätsel werden Hinweise auf einen Code gegeben, mit dem sich am Ende des Spiels der Klima-Tresor öffnen lässt.

Changing the Game: In diesem Simulationsspiel soll in Gruppen und moderiert das bestehende Energieversorgungssystem in Europa nachhaltig geändert werden. Unterschiedlich farbige und je nach Emissionsmenge breite Steine stehen für verschiedene Energiequellen bzw. die Sektoren Elektrizität, Transport, Wärme und Industrie, die anhand von Veränderungskarten und gemeinsamen Kosten- und Emissionsbilanzierungen in ein umweltfreundliches Energieszenario für das Jahr 2030 umgewandelt werden sollen. Die Spielsession ist eher als eine Art betriebliche Fortbildung oder Lernspiel für Schulklassen zu sehen und lässt sich als Seminar buchen. In der Neighbourhood Edition soll die Energiewende in einem Quartier so gestaltet werden, dass die Klimaschutzziele der Bundesregierung für die Jahre 2030, 2040 und 2050 erreicht werden.

Krafla: Im Simulationsspiel agieren die Teilnehmer als Manager großer Energiekonzerne. Sie streben nach wirtschaftlichem Erfolg, forcieren aber zugleich mit den Emissionen ihrer Kraftwerke den Klimawandel. Das wiederum hat langfristig erhebliche Auswirkungen auf ihre wirtschaftliche Tätigkeit.

 

Es gibt noch mehr:

Games for Change (G4C):  Spielend die Welt entdecken und verändern – das hat sich die Nonprofit-Organisation auf die Fahnen geschrieben. Regelmäßig lobt G4C Wettbewerbe für Spieleentwickler aus.

Eine Methodensammlung und Anleitung bietet Germanwatch für verschiedene Wissensspiele. Eher für den Einsatz im Unterricht oder in der außerschulischen Bildungsarbeit gedacht, lassen sich Memory, Tabu, Bingo und Co. mit Bezug zum Klimawandel auch privat nachspielen.

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