Windindustrie

Siemens Gamesa streicht 2900 Stellen

Foto: Sina Schuldt/picture alliance/dpa

Foto: Sina Schuldt/picture alliance/dpa

Maschinenhäuser für Offshore-Windenergieanlagen auf dem Siemens-Gamesa-Werksgelände in Cuxhaven

Tim Altegör, 04.10.22
Die Windindustrie kämpft mit Lieferengpässen und steigenden Kosten. Bei Siemens Gamesa werden nun im Zuge einer Umstrukturierung fast 3000 Jobs abgebaut. Der Anlagenbauer kämpft mit roten Zahlen.

Der Windenergieanlagenhersteller Siemens Gamesa hat angekündigt, bis spätestens 2025 rund ein Zehntel seiner Stellen abzubauen. Insgesamt gehe es um rund 2900 Beschäftigte, 300 davon in Deutschland. Am stärksten betroffen ist die Belegschaft in Dänemark mit 800 Stellen. Die Details würden nun mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretern ausgehandelt.

Siemens Gamesa ist im Mehrheitsbesitz von Siemens Energy und beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit 27 000 Menschen weltweit. Wie auch Konkurrenzfirmen vermeldete das Unternehmen zuletzt schlechte Zahlen, für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung Verluste. Anfang August korrigierte Siemens Gamesa die Prognose weiter nach unten und sprach von einer „extrem herausfordernden Situation“. Als Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Kosten und globale Lieferprobleme, aber auch eigene technische Probleme. Die Auftragsbücher seien jedoch gut gefüllt.

Neuer Chef, neue Struktur

Seit März hat Siemens Gamesa mit Jochen Eickholt einen neuen Vorstandschef. Ein Umstrukturierungsprogramm namens „Mistral“ soll das Unternehmen wieder auf Kurs bringen, indem die Organisation „einfacher und schlanker“ wird. Die neue Struktur soll zum Jahreswechsel starten, der nun verkündete Stellenabbau ist Teil dieses Programms. Mehrheitseigner Siemens Energy hat zudem angekündigt, die übrigen Anteile aufkaufen und Siemens Gamesa in den Konzern integrieren zu wollen.

 

Kommentare (0)

Kommentar verfassen»

Kommentar verfassen