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Windenergie

Senvion vor großer Neuausrichtung

Michael Hahn, 09.04.19
Der Windradhersteller Senvion hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Betroffen sind die Gesellschaften in Deutschland. Die Suche nach Geldgebern läuft weiter.

Der schon länger kriselnde Hamburger Windenergieanlagenhersteller Senvion ist zahlungsunfähig. Wie das Unternehmen heute (9.April) mitteilte, habe es einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Verhandlungen mit Kreditgebern seien bisher erfolglos geblieben, sollen aber ebenso wie das Tages- und das Servicegeschäft weiterlaufen. Betroffen sind bislang die Senvion GmbH und die Senvion Deutschland GmbH.

„Der Prozess einer vorläufigen Eigenverwaltung sieht vor, dass die Geschäftsleitung weiter im Amt bleibt, unverändert ihre Rechte und Pflichten ausübt, und die Geschäfte weiterführt“, heißt es in der Pressemitteilung. Ziel des Verfahrens sei, „die Fortsetzung des eingeschlagenen umfangreichen Transformationsprogramms, welches der CEO und die Geschäftsleitung zu Jahresbeginn gestartet haben. Parallel hierzu befinden sich Kreditgeber und wesentliche Anleihegläubiger aktuell weiterhin in intensiven Diskussionen zu einem bestehenden Finanzierungsangebot, um die Unterstützung des laufenden Geschäfts sicherzustellen.“ Falls das gelinge, könnte das Unternehmen das Insolvenzverfahren abbrechen.

Mit dem Transformationsprogramm sollten die Probleme angegangen werden, „die zu Umsatz- und Ergebnisausfällen sowie der am 19. Februar 2019 veröffentlichten Prognoseänderung geführt haben“, hieß es in einer Bekanntmachung des Unternehmens vom Februar. Erst im März wurde Neil Robson als Chief Restructuring Officer in den Vorstand aufgenommen. Er sollte die Finanzierungsverhandlungen unterstützen. Neben Sparmaßnahmen sind unter anderem die „Verschlankung des Produktportfolios“ und die „Stärkung der finanziellen Basis gemeinsam mit Kreditgebern“ geplant. Der letzte Punkt dürfte vorerst gescheitert sein.

„Auch wenn es uns bisher noch nicht gelungen ist, durch eine Refinanzierung etwas mehr Freiraum zu gewinnen, so können wir doch auf ein grundsätzlich solides und starkes Geschäftsmodell bauen. Das jetzt beantragte Verfahren einer vorläufigen Insolvenz in Eigenverwaltung räumt uns die notwendige Flexibilität ein, mit der wir unser Transformationsprogramm schneller umsetzen können“, lässt sich CEO Yves Rannou, in der aktuellen Mitteilung zitieren.

Der Manager steht erst seit Januar an der Senvion-Spitze. Er folgte auf Interims-CEO und CFO Manav Sharma, nachdem der bisherige Vorstandschef Jürgen Geißinger im Mai 2018 überraschend zurückgetreten war. Senvion beschäftigt nach eigenen Angaben in Deutschland über 1800 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 4000. Hauptaktionär ist der US-Hedgefonds Centerbridge.

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