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Konjunkturprogramm

Industrie will mehr Klimaschutz

Foto: Salzgitter AG

Foto: Salzgitter AG

Energieintensiv: Stahlproduktion in einem Werk von Salzgitter.

Michael Hahn, 02.06.20
Für den Neustart nach Corona verlangen energieintensive Unternehmen Maßnahmen, um ihre Produktion klimaneutral zu machen. Ein entsprechendes Positionspapier mit Forderungen an die Regierung wurde heute vorgelegt.

Die energieintensive Industrie macht Druck beim Klimaschutz. Dafür haben namhafte Konzerne aus Deutschland gemeinsam mit der Stiftung 2° ein Positionspapier mit Forderungen an die Politik erarbeitet, das heute (2.Juni) veröffentlicht wurde. Zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem BASF, Wacker Chemie, Thyssen Krupp Steel Europe, Heidelberg Cement, Salzgitter, Aurubis und Siemens Energy. Die Chemie-, Zement- und Metallindustrie gelten als besonders energieintensiv.

Die Veröffentlichung des Papiers erfolgt nicht zufällig, die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm vorstellen, das die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Schwung bringen soll. „Die Industrie steht angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vor besonders großen Herausforderungen. Gleichzeitig ist sie einer der zentralen Akteure bei der Erreichung der Klimaziele“, teilt die 2°-Stiftung mit. Es bräuchte deshalb ein Klima-Konjunkturprogramm, die Krisenbewältigung müsse als „Katalysator für die klimaneutrale Transformation“ genutzt werden.

Zu den Vorschlägen in dem Papier gehört etwa die Einrichtung eines Investitionsprogramms für sogenannte „Low Carbon Breakthrough Technologien“ (LCBT) inklusive eines „Innovations- und Investitionsfonds für LCBT und der Einführung von Instrumenten zur Risikominimierung bei großen Investitionsprojekten.“

Die Unternehmen fordern außerdem „ambitioniertere Ausbauziele für die Erzeugungskapazitäten von Wasserstoff und die Einführung einer Quote für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, sowie einen zeitgleich erfolgenden Ausbau der notwendigen Infrastrukturen, beispielsweise zum Transport von Wasserstoff.“ Zudem sollten Anreize und ordnungsrechtliche Instrumente geschaffen werden, um die Nachfrage nach CO2-armen Produkten anzukurbeln.

Akzeptanzoffensive für Erneuerbare gefordert

Zusätzlich müsse der Ausbau der Ausbau der erneuerbaren Energien zu konkurrenzfähigen Preisen beschleunigt sowie ambitionierte und langfristige Installationsziele verankert werden. Der Ausbau dürfe nicht „durch zusätzliche regulatorische Hürden eingeschränkt werden“. Bei der Windenergie an Land müsse der Planungs- und genehmigungsrechtliche Stau abgeschafft und die bereits letztes Jahr vorgelegten Maßnahmen zur Ausbau-Beschleunigung umgesetzt werden.

Die Bundesregierung müsse eine „Akzeptanzoffensive für erneuerbare Energien in Wirtschaft und Industrie sowie in Ländern und Kommunen starten“ und den Erneuerbaren-Ausbau zu einem „industriepolitischen und gesellschaftlichen Zukunftsprojekt machen“, heißt es in dem Papier. Zusätzlich müsse eine Import-Strategie für Strom und Wasserstoff erarbeitet werden, „da der stark zunehmende Bedarf der deutschen Industrie nach erneuerbarem Strom nur zu einem geringen Teil in Deutschland gedeckt werden kann.“

Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°, erklärte, die Industrie stehe „nach wie vor zu ambitionierten Klimaschutzzielen und macht konkrete Vorschläge, wie diese auch zu erreichen sind.“ Es bräuchte jetzt „verlässliche Angebote der Politik, um die Industrie krisenfest zu machen und sie bei der Transformation zum Erreichen der Klimaschutzziele zu unterstützen“. Die Stiftung 2°ist eine Wirtschaftsinitiative, die sich für das Einhalten des Pariser Klimavertrags und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen einsetzt.


Lesen Sie hier unser großes Interview mit Sabine Nallinger zum Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft.

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