Umfrage

Windbranche im Stimmungshoch

Michael Hahn, 05.05.22
In einer regelmäßigen Befragung schätzen Windenergie-Akteure die Entwicklung der weltweiten Märkte ab. Die neueste Runde zeigt vor allem für Deutschland mehr Optimismus als zuletzt.

Die Stimmung in der deutschen Windindustrie ist so gut wie lange nicht. Das jedenfalls besagt der jüngste „Wind Energy Trend Index“, der seit 2018 halbjährlich vom Marktforschungsinstitut Wind Research und der Hamburger Messe Wind Energy erstellt und heute (5. Mai) in der neuesten Fassung vorgestellt wurde. In der Umfrage haben nach Angaben der Unternehmen 900 Personen aus allen Regionen der Welt eingeschätzt, wie sich die Windindustrie an Land und auf dem Meer weltweit entwickeln wird.

Besonders in Deutschland haben sich die Aussichten demnach verbessert. Wurden die Rahmenbedingungen (rechtlich, politisch und sozial) für die Onshore-Windindustrie in der letzten Umfrage vom Herbst 2021 noch „verhalten mit leicht negativen Werten“ bewertet, werden sie aktuell als „sehr positiv“ betrachtet. Für andere Regionen war die Einschätzung schon zuvor positiv, während sie für Deutschland insbesondere 2019 im Tief lag. Seitdem hat sie sich schrittweise erholt und nun nochmal einen Sprung nach oben verzeichnet. Der Index bildet zwei Zeithorizonte ab: Die kommenden zwölf Monate sowie zwei Jahre.

Folgen des Ukraine-Kriegs unterschiedlich bewertet

Ebenfalls besser wird die Marktsituation der Offshore-Windenergie über alle Regionen hinweg bewertet, den stärksten Positiv-Trend legte dabei ebenfalls Deutschland hin. Das Land bewegt sich demnach nun ebenso wie Asien, Gesamteuropa und Nordamerika nahe der Bestmarke. Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass die Ende des vergangenen Jahres angetretene Bundesregierung die Ausbauziele für Windenergie an Land wie auf See deutlich anheben und Hürden beseitigen will.  

Darüber hinaus wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Erhebung dieses Mal auch danach gefragt, welchen Einfluss der Russland-Ukraine-Krieg innerhalb eines Jahres auf die Windindustrie haben könnte. 50 bis 55 Prozent erwarten „kurzfristig negative bis sehr negative Auswirkungen“, etwa aufgrund unterbrochener Lieferketten. 25 bis 30 Prozent rechnen dagegen mit positiven Effekten für den Industriezweig. Dies könnte etwa der beschleunigte Ausstieg aus fossiler Energie sein. 20 Prozent gehen von keinen nennenswerten Konsequenzen aus.

 

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