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Erneuerbaren-Ausbau

Mehr Gebote bei Wind-Ausschreibung

Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

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Michael Hahn, 15.10.21
Bei der neuesten Auktionsrunde für Windenergieanlagen war die Nachfrage erstmals seit vergangenem Jahr wieder größer als das Angebot. Bei der regionalen Verteilung der Projekte kommt es jedoch zu einem Ungleichgewicht, kritisiert die Branche.

Die jüngste Auktionsrunde für den Bau neuer Windenergieanlagen war erstmals seit dem Durchgang im Dezember 2020 wieder überzeichnet, es lagen also Angebote über eine größeres Leistungsvolumen vor, als Zuschläge ausgeschrieben waren. Das geht aus den gestern (14. Oktober) von der Bundesnetzagentur (BNetzA) veröffentlichten Ergebnissen hervor.

Insgesamt wurden demnach zum Gebotstermin 1. September 210 Gebote mit einem Volumen von 1824 Megawatt (MW) abgeben. Ausgeschrieben waren 1492 MW. Einen Zuschlag haben davon 166 Bauvorhaben erhalten. Der Höchstwert lag bei 5,92 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh), der niedrigste Wert bei 5,2 Cent. Dadurch ergibt sich eine durchschnittliche Vergütung in Höhe von 5,79 ct/kWh. Sechs Gebote schloss die BNetzA wegen Formfehlern aus.

Regional entfielen die meisten erfolgreichen Gebote auf die Bundesländer Schleswig-Holstein (43 Zuschläge, 401 MW), Nordrhein-Westfalen (51 Zuschläge, 315 MW) und Niedersachsen (19 Zuschläge, 265 MW). In dieser Runde war wieder das vollständige vorgesehene Volumen ausgeschrieben worden, nachdem die Behörde die Menge in der Mai-Auktion wegen drohender Unterzeichnung reduziert hatte.

Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer des Maschinenbauverbands VDMA Power Systems, bewertete die Ergebnisse als „erfreuliches Zeichen für die Windbranche, nachdem die ersten beiden Ausschreibungen in diesem Jahr unterzeichnet waren: Der Wettbewerb funktioniert, wenn sich die Genehmigungslage verbessert.“ Der positive Trend müsse sich jedoch verstetigen.

Hermann Albers, Präsident des Windverbands BWE, wies auf ein regionales Ungleichgewicht hin: „Erneut hängt besonders in den verbrauchsstarken Bundesländern im Süden der Ausbau zurück. Hier fehlt es an Flächen und Genehmigungen. Es gilt daher, politische Irrwege, wie den der pauschalen Abstandsregelung zu verlassen und Tempo zu organisieren.“

Kommentare (1)

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  • 05.11.21 - 08:30, Rombach Rombach

    Ich kann noch nicht glauben dass es bei uns im Süden wirklich besser wird.
    Jahrzehntelang hat der schwarze Sumpf in den Kommunen, Landratsämtern und Regierungspräsidien erfolgreich verhindert, dass Windräder gebaut werden.
    Dabei wurde ungeniert der Vogelschutz und das Märchen vom Infraschall vorgeschoben.
    Was hat eigentlich die grüne Landesregierung in Baden Württemberg bisher erreicht?

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