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Windenergie

Leichte Erholung nach dem Ausbau-Tief

Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

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Windpark im brandenburgischen Sieversdorf

Tim Altegör / Jörg-Rainer Zimmermann, 09.04.20
Nach dem Absturz 2019 hat der Bau neuer Windparks im ersten Quartal wieder etwas zugelegt, wie eine Auswertung zeigt. Hoch genug für die politisch gesteckten Ziele zum Erneuerbaren-Ausbau und Klimaschutz sind die Werte aber noch lange nicht.

Die Installation neuer Windkraftanlegen in Deutschland hat im ersten Quartal 2020 einen leichten Aufschwung verzeichnet. Das geht aus einer Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land hervor, die der Redaktion vorliegt (Stand 8. April). Demnach gingen Meldungen für 107 Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 350 Megawatt bei der Bundesnetzagentur ein. Mehr als 20 Prozent davon entfallen auf Brandenburg, das damit unter den Bundesländern vorne liegt, gefolgt von NRW und Sachsen-Anhalt. Für den März sind die Zahlen allerdings vorläufig, da Anlagen noch bis Ende April gemeldet werden können.

Ein leichtes Plus lässt sich aber bereits feststellen: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gingen lediglich 134 Megawatt ans Netz. Im Gesamtjahr 2019 brach der Zubau auf rund 1000 Megawatt ein, den niedrigsten Wert seit langem. Zwischen 2014 und 2017 wurden dagegen jährliche Werte um 4000 Megawatt erreicht, die Branchenvertreter und Energieexperten auch mindestens für nötig halten, um die deutschen Energie- und Klimaziele zu erreichen.

Als Gründe für das Tief gelten die schwierige Genehmigungssituation für die Anlagen, Flächenbeschränkungen sowie der Wechsel zum einem Ausschreibungssystem seit 2018. Bei den neu erteilten Genehmigungen verzeichnet die Fachagentur mit bislang 475 Megawatt in etwa das gleiche Niveau wie im ersten Quartal 2019.

Warten auf EEG-Novelle

Die Branche fordert angesichts der schwierigen Marktlage und der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise vom Gesetzgeber verlässliche Rahmenbedingungen. „Im Rahmen der anstehenden Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes müssen die bestehenden Hürden abgebaut werden. Nur so kann die Bundesregierung es vermeiden, dass wir auf eine Ökostromlücke zusteuern“, erklärt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie.

Dass die Regierungskoalition es damit eilig hat, lässt sich allerdings derzeit nicht erkennen. Ein erster Novellentext sollte noch vor der parlamentarischen Sommerpause vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt werden. Damit dürfte es dem Vernehmen nach jedoch nichts mehr werden – zumal die Koalition ihren seit Monaten anhaltenden Streit um die geplanten, pauschalen Abstände zwischen Windparks und Wohnbebauung sowie um die Abschaffung des Ausbaudeckels für Photovoltaikanlagen bislang nicht beigelegt hat.

 

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