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Energiewende weltweit

Investitionen um 18 Prozent eingebrochen

Tim Altegör, 13.01.17
Nach dem Rekordjahr 2015 meldet der Finanzdienstleister Bloomberg nun deutlich gesunkene Investitionen in erneuerbare Energien. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass weniger neue Anlagen gebaut wurden. Eine Branche verzeichnet zudem ein deutliches Plus.

Mehr als 329 Milliarden US-Dollar – diese Rekordsumme, vermeldete der Branchendienst Bloomberg New Energy Finance vor ziemlich genau einem Jahr, wurde 2015 weltweit in die Energiewende investiert. Später korrigierte Bloomberg die Zahl sogar noch auf 349 Milliarden Dollar nach oben. Damit kann die gerade veröffentlichte Summe für 2016 nicht mithalten: Sie liegt deutlich niedriger bei nur noch 287 Milliarden Dollar. Das ist nicht nur weniger als vergangenes Jahr, in gleich vier der letzten fünf Jahre wurde mehr in erneuerbare Energien und Klimaschutz-Technologien investiert (Bloomberg fasst darunter zum Beispiel auch Speicher und Smart Grids).

Der Grund liegt vor allem in Asien. Spitzenreiter China verzeichnete 26 Prozent weniger Investitionen (auf knapp 88 Milliarden), in Japan waren es sogar 43 Prozent weniger (auf knapp 23 Milliarden). „China erlebt eine sinkende Stromnachfrage und zunehmende Abregelungen von Wind- und Solaranlagen. Die Regierung konzentriert sich jetzt auf Investitionen in Netze und eine Reform des Strommarkts, damit die bestehenden Erneuerbaren ihr volles Potenzial ausschöpfen können“, erklärt Bloombergs Asien-Leiter Justin Wu. In Japan erwarte er künftig in erster Linie bei PV-Anlagen auf Privathäusern ein Wachstum.

Deutschland liegt im Trend

Die Analysten weisen aber auch darauf hin, dass weniger Investitionen nicht gleichbedeutend mit einer langsameren Energiewende sein müssen. Gerade im Solarbereich seien auch massiv gesunkene Preise verantwortlich. So seien schätzungsweise 70 Gigawatt an Solarleistung hinzugekommen, 14 mehr als im Vorjahr. Die Windenergie verzeichnete demnach mit 56,5 Gigawatt Zubau den zweithöchsten Zubauwert aller Zeiten, zugleich aber ein Minus von 6,5 Gigawatt gegenüber 2015 in dieser Kategorie.

Einen regelrechten Boom erlebten Offshore-Windparks: Investitionen von fast 30 Milliarden Dollar verzeichnet Bloomberg hier, ein Plus von satten 40 Prozent. Davon profitiert vor allem Europa, das seine Investitionssumme nach einem Einbruch im letzten Jahr wieder leicht um drei Prozent steigern konnte. Der Kontinent kommt nun auf fast 71 Milliarden Dollar. An der größten Volkswirtschaft in Europa liegt das allerdings nicht: Während viele europäische Länder zulegten, darunter Großbritannien, Belgien und Italien, fielen die Investitionen in Deutschland um 16 Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar.

 

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