Erneuerbare Energien

„Faktisch eine zusätzliche PV-Ausschreibung“

Foto: Jochen Tack/ImageBroker/picture alliance

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Monteure installieren eine große Photovoltaik-Anlage auf einem Industriedach.

Tim Altegör, 19.11.18
Die zweite gemeinsame Auktion von Windkraft- und Solaranlagen kennt erneut nur einen Sieger. Mit diesem Ergebnis steht Deutschland in Europa nicht alleine da.

Zweiter Versuch, gleiches Bild: Bei einer gemeinsamen Ausschreibung von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen gingen ausnahmslos alle Zuschläge an letztere. Das teilte die Bundesnetzagentur, die mit der Vergabe betreut ist, heute (19.11.) mit. Auch die erste Auktion, bei der beide Technologien miteinander konkurrierten, hatte im April die Solarenergie komplett für sich verbucht.

Im Vergleich zu damals legte in der jüngsten Runde der durchschnittliche Zuschlagswert etwas zu, von 4,67 auf 5,27 Cent je erzeugter Kilowattstunde Strom. Insgesamt wurden Projekte im Umfang von 201 Megawatt vergeben, Gebote lagen für 300 Megawatt vor. Darunter war jedoch nur ein Windpark, der zudem leer ausging.

„Faktisch wirkt die gemeinsame Ausschreibung wie eine zusätzliche PV-Ausschreibung“, schreibt die Netzagentur dazu. Jährlich sind zwei dieser Technologie-übergreifenden Runden vorgesehen. Der Großteil erfolgt dagegen nach Technologien getrennt. Die Auktionen für Onshore-Windenergie waren zuletzt allerdings unterzeichnet, da die Genehmigung neuer Windparks stockt.

Ein deutsches Phänomen ist das heute verkündete Ergebnis aber nicht: Frankreich hat gerade ebenfalls 200 Megawatt auf diesem Wege vergeben, auch hier waren ausschließlich Solarprojekte erfolgreich. Das Ergebnis zeige „die Notwendigkeit, einen ausgeglichenen und diversifizierten erneuerbaren Strommix zu entwickeln“, kommentierte Umweltminister François de Rugy. Verschiedene Technologien gegeneinander antreten zu lassen, ist eine Forderung der EU-Kommission. Auch in Deutschland haben sich Regierungsvertreter skeptisch gegenüber dem Modell geäußert.

 

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