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Verbraucher

Solar wird immer günstiger

Foto: Chromorange/picture alliance

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Montage einer Photovoltaikanlage auf einem Hausdach

Joachim Wille, 17.05.24
Die Preise für Photovoltaik-Anlagen haben weiter nachgegeben. Bei einem Einfamilienhaus amortisiert sich die Investition laut Berechnungen bereits nach 14 Jahren.

Im vorigen Jahr verzeichnete Deutschland einen Rekord beim Zubau von Solarstromanlagen. Die Erzeugungskapazität wuchs um rund 14 Gigawatt (GW); vorher waren es maximal rund acht GW gewesen, anno 2012. In diesem Jahr könnte es zumindest ähnlich gut weiterlaufen. Denn die Preise für Solarmodule sind im letzten halben Jahr noch einmal gesunken, wie die Vergleichsportale Verivox und Selfmade Energy gemeldet haben. Beispiel: Die einfach zu installierenden Balkonkraftwerke mit 800 Watt Leistung sind nun schon für 535 Euro im Schnitt zu haben, eine Verbilligung um acht Prozent.

„Seit Herbst 2022 sehen wir beständig sinkende Preise für Solaranlagen, die den Solar-Boom in Deutschland weiter befeuern“, sagt Tim Rosengart, Gründer und Geschäftsführer von Selfmade Energy. Ob dieser Trend weiter anhält, hänge von einer Reihe wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen ab. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass Module aus China wegen Überkapazitäten im Herstellerland seit einiger Zeit extrem billig auf den Markt geworfen werden.

Die USA haben inzwischen mit erhöhten Zöllen darauf reagiert, um die eigenen Solarproduzenten zu schützen; dass die EU hier nachzieht, gilt als unwahrscheinlich. Andererseits waren laut dem Vergleichsportal viele Solarfirmen über den Jahreswechsel nur schwach ausgelastet, weswegen sie Preisnachlässe von bis zu 25 Prozent gewährten. Viele in der Kundschaft hätten auf weitere Kostensenkungen spekuliert und die Installation verschoben.

Preisvergleich ratsam

Rosengart rät: „Wer den Kauf einer Solaranlage plant, sollte die Angebote mehrerer Solarfirmen vergleichen, denn die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Firmen sind sehr groß.“ Der durchschnittliche Preis für eine Photovoltaik-Anlage, wie sie auf Einfamilienhäusern installiert wird (25 Solarpaneele, knapp elf Kilowatt Leistung) beträgt laut der Erhebung aktuell im Schnitt 16.676 Euro, das sind 860 Euro oder fünf Prozent weniger als im letzten Dezember. Bei den Balkonanlagen, deren Anschluss durch das „Solarpaket“ der Ampel Bundesregierung kürzlich vereinfacht wurde, war der Rückgang sogar noch größer.

Die typische Einfamilienhaus-Anlage mit rund elf kW amortisiert sich bei derzeitigen Strompreisen nach etwa 14 Jahren, so die Berechnung von Verivox. Sie produziert pro Jahr etwa 10.250 Kilowattstunden (kWh) Strom. Ein typischer solcher Haushalt verbraucht pro Jahr rund 5000 kWh, von denen 2250 durch den eigenen Solarstrom abgedeckt werden, die restlichen 8000 kWh werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist und mit 8,01 Cent/kWh vergütet.

Auftragsstau abgearbeitet

Abzüglich der jährlichen Betriebskosten von 250 Euro ergeben sich beim aktuellen Haushalts-Strompreis von 36,12 Cent/kWh dadurch jährliche Einnahmen von 1204 Euro. Damit sind die Kosten der Anlage nach 14 Jahren wieder drin. Die Module halten allerdings deutlich länger, nämlich 25 bis 30 Jahre. Erhöhen lässt sich der Eigenverbrauch durch einen Stromspeicher, der allerdings Zusatzkosten von je nach Größe 5000 bis 10.000 Euro verursacht.

Die eigene Solaranlage rentiert sich besonders schnell, wenn der aus dem Netz bezogene Strom teuer ist. Die Rekordpreise während der Energiekrise 2022 nach Putins Angriff auf die Ukraine sind zwar Geschichte, dennoch ist das Niveau für Haushalte relativ hoch. Die 36,12 Cent entsprechen einer Verdopplung in 20 Jahren, 2002 waren es 17,81 Cent.

Verivox geht angesichts steigender Kosten für den Umbau der Stromnetze, die auf die bezogenen Kilowattstunden umgelegt werden, davon aus, dass die Strompreise auch in Zukunft stärker als die Inflationsrate steigen werden. „Darum kann sich eine eigene Solaranlage schnell lohnen“, sagt Verivox-Experte Thorsten Storck. Derzeit können Interessentinnen mit einer Installation bereits vier Wochen nach Vertragsabschluss rechnen, da der Auftragsstau aus dem Jahr 2022 abgearbeitet ist, als die Nachfrage wegen der explodierenden Stromkosten stark anstieg.

 

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